Ratings · Beitragsstabilität

PKV-Beitragsstabilität im Vergleich: welche Kennzahlen belegt sind

„Welche PKV ist beitragsstabil?“ ist eine der häufigsten Fragen vor dem Abschluss. Eine verlässliche Prognose gibt es nicht. Es gibt aber belegte Kennzahlen aus Geschäftsberichten und Ratings, mit denen Sie Versicherer vergleichen können – hier mit Quelle, Zeitraum und Lesehilfe.

Redaktion PKV-Tarifprofil.de Aktualisiert am 13. Oktober 2026 9 Min. Lesezeit
Inhalt (10 Abschnitte)
  1. PKV-Beitragsstabilität im Vergleich: was sich belegen lässt
  2. Langfristige Beitragsentwicklung: PKV und GKV seit 2006
  3. Das M&M-Rating PKV-Beitragsstabilität: so funktioniert es
  4. RfB-Quote und Überschussverwendung: Kennzahlen je Versicherer
  5. Eingesetzte Mittel: Entnahmen aus der RfB zur Milderung von Beitragsanpassungen
  6. So lesen Sie die RfB-Quote richtig
  7. Gesetzliche Stabilisatoren: Alterungsrückstellung, Zuschlag, § 150 VAG
  8. Was Sie beim Abschluss für stabile Beiträge prüfen können
  9. Schon versichert und der Beitrag steigt?
  10. Datenstand und Änderungslog
Das Wichtigste in Kürze
  • Laut WIP stiegen die Beitragseinnahmen je Versicherten 2006 bis 2026 in der PKV um durchschnittlich 3,4 % pro Jahr, in der GKV um 3,9 %; einzelne Tarife weichen davon deutlich ab.
  • Die RfB-Quote zeigt, wie viel Geld ein Versicherer für Beitragsentlastungen und Rückerstattungen zurückgelegt hat; der Branchenschnitt lag 2024 bei rund 30 %, in den ausgewerteten Geschäftsberichten 2025 reicht sie von 25,7 % bis 86,5 %.
  • Das M&M-Rating PKV-Beitragsstabilität (07.07.2026) bewertet Tarife über fünf Jahre; 322 Tarife erhielten vier oder fünf Sterne, Beihilfetarife werden nicht bewertet.
  • Viele Versicherer haben 2025 und zum 01.01.2026 große Beträge aus der RfB eingesetzt, um Beitragsanpassungen abzumildern – etwa die Alte Oldenburger 48,6 Mio. € und die INTER 83,8 Mio. € im Jahr 2025.
  • Alle Werte blicken zurück; wie stark Ihr Beitrag künftig steigt, sagt keine Kennzahl voraus.

Einen echten PKV-Beitragsstabilität-Vergleich für die Zukunft gibt es nicht – aber belegte Kennzahlen für die Vergangenheit: Laut WIP stiegen die Beitragseinnahmen je Versicherten von 2006 bis 2026 in der PKV um durchschnittlich 3,4 % pro Jahr, in der GKV um 3,9 %. Die RfB-Quote, also das Polster für Beitragsentlastungen, lag 2024 im Branchenschnitt bei rund 30 % und reicht in den hier ausgewerteten Geschäftsberichten 2025 von 25,7 % bis 86,5 %. Alle Werte stehen mit Quelle und Zeitraum auf dieser Seite; eine Prognose für Ihren Beitrag ist keiner davon (Stand: Oktober 2026).

Rückblick, keine Prognose – und keine RanglisteWir zeigen nur Kennzahlen, die Versicherer, Verbände oder Ratinghäuser veröffentlicht haben, alphabetisch und mit Fundstelle. Eigene Prozentwerte zu Beitragserhöhungen einzelner Versicherer nennen wir nicht. Herausgeber ist PKV-Tarifprofil.de, ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Versicherungsmakler.

PKV-Beitragsstabilität im Vergleich: was sich belegen lässt

Ob ein Tarif in 20 Jahren bezahlbar ist, weiß heute niemand – auch kein Versicherer und kein Ratinghaus. Belegen lassen sich aber vier Arten von Kennzahlen. Jede beantwortet eine andere Frage:

Langfrist-Durchschnitt

Wie stark sind die Beiträge im Markt über viele Jahre gestiegen? Beispiel: der WIP-Vergleich PKV und GKV 2006–2026.

Tarif-Rating

Wie hat sich der Beitrag eines bestimmten Tarifs in den letzten fünf Jahren entwickelt? Beispiel: M&M-Rating PKV-Beitragsstabilität.

Reserven des Versicherers

Wie viel Geld hat der Versicherer für Beitragsentlastungen zurückgelegt? Beispiel: RfB-Quote aus dem Geschäftsbericht.

Eingesetzte Mittel

Wie viel hat der Versicherer tatsächlich eingesetzt, um Anpassungen abzumildern? Beispiel: Entnahmen aus der RfB zur Limitierung.

Keine dieser Kennzahlen ersetzt die anderen. Ein Versicherer mit hoher RfB-Quote kann trotzdem einzelne Tarife deutlich anpassen müssen, und ein Tarif mit gutem Rating-Ergebnis der letzten fünf Jahre kann im sechsten Jahr springen. Zusammen ergeben sie ein ehrliches Bild – mehr nicht.

Langfristige Beitragsentwicklung: PKV und GKV seit 2006

Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat die Beitragseinnahmen je Versicherten über 20 Jahre verglichen: In der PKV stiegen sie von 2006 bis 2026 im Schnitt um 3,4 % pro Jahr, in der GKV um 3,9 %. Das WIP ist das Forschungsinstitut des PKV-Verbands; die Zahl ist deshalb eine Verbandsangabe. Sie beschreibt den Durchschnitt über alle Versicherten und Tarife, nicht die Entwicklung eines einzelnen Vertrags.

Wie unterschiedlich einzelne Jahre ausfallen, zeigen die Branchenwerte der letzten zwei Jahre:

Branchenwerte zur Beitragsentwicklung in der PKV. Quellen: PKV-Verband (WIP-Vergleich, Beitragsanpassungen 2025/2026), map-report 942 „PKV-Rating 2025“ von Franke und Bornberg laut cash-online (04.12.2025). Stand 10.10.2026
KennzahlZeitraumWertQuelle
Ø Anstieg der Beitragseinnahmen je Versicherten, PKV2006–20263,4 % pro JahrWIP über PKV-Verband
Ø Anstieg der Beitragseinnahmen je Versicherten, GKV2006–20263,9 % pro JahrWIP über PKV-Verband
Beitragsanpassung zum 01.01.20252025für rund zwei Drittel der Versicherten, im Schnitt rund 18 % bei den BetroffenenPKV-Verband
Beitragsanpassung zum 01.01.20262026für rund 60 % der Versicherten, im Schnitt rund 13 % bei den BetroffenenPKV-Verband
Ø Beitragsanpassung Angestellte im map-report2025 (Vorjahr)10,6 % (4,8 %)map-report 942
Ø Beitragsanpassung Beamte im map-report2025 (Vorjahr)7,8 % (5,9 %)map-report 942

Der map-report bezieht sich auf die Unternehmen, die für das Rating Daten geliefert haben oder deren Zahlen aus öffentlichen Quellen stammen; laut Bericht lieferten nur elf Gesellschaften mit rund 42 % Marktanteil vollständige Datensätze. Die Werte sind deshalb ein Marktbild, keine Vollerhebung.

Warum PKV-Beiträge in Sprüngen steigen

Ein privater Krankenversicherer darf die Beiträge eines Tarifs nicht nach Belieben erhöhen. Er muss jedes Jahr die kalkulierten mit den tatsächlichen Leistungsausgaben vergleichen. Erst wenn die Abweichung mehr als 10 % beträgt – oder einen niedrigeren Prozentsatz, den die Versicherungsbedingungen vorsehen –, muss er alle Beiträge des Tarifs überprüfen und mit Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders anpassen (§ 155 Abs. 3 VAG). Für die Sterbewahrscheinlichkeiten gilt eine Schwelle von 5 % (§ 155 Abs. 4 VAG).

Die Folge: Jahrelang passiert nichts, dann wird die Kostenentwicklung mehrerer Jahre auf einmal nachgeholt. Ein Durchschnitt von 3,4 % pro Jahr kann deshalb aus mehreren Nullrunden und einem großen Schritt bestehen. Für einen fairen Vergleich zählen mehrere Jahre, nicht ein einzelnes Anpassungsjahr.

Das M&M-Rating PKV-Beitragsstabilität: so funktioniert es

Das Analysehaus Morgen & Morgen bewertet seit 2006 die Beitragsentwicklung einzelner Tarife. Die Ausgabe 2026 erschien am 07.07.2026. Die Methode in Kürze:

  • Gegenstand: Tarife der Krankenvollversicherung, nicht ganze Versicherer.
  • Zeitraum: die letzten fünf Jahre, auf Basis von Neugeschäftsbeiträgen und Beitragsanpassungen.
  • Effektivbeitrag: Monatsbeitrag plus Selbstbehalt, damit Tarife mit unterschiedlichem Selbstbehalt vergleichbar werden.
  • Profile: Eintrittsalter 21 bis 50 und verschiedene Berufsgruppen; bewertet werden durchschnittliche Steigerungen und ihre Streuung.
  • Ausnahme: Beihilfetarife für Beamte werden nicht bewertet.

2026 erhielten 322 Tarife vier oder fünf Sterne. Morgen & Morgen nennt als wesentlichen Treiber der Beitragsentwicklung steigende Leistungsausgaben. Welche Tarife ausgezeichnet wurden, veröffentlicht das Ratinghaus selbst; wir übernehmen keine Listen aus zweiter Hand. Wichtig für Sie: Das Rating gilt für den bewerteten Tarif mit seinem Selbstbehalt – nicht automatisch für die Tarifkombination in Ihrem Angebot und nicht für alle Tarife desselben Versicherers. Wie Ratings allgemein zu lesen sind, steht unter PKV-Ratings im Überblick.

RfB-Quote und Überschussverwendung: Kennzahlen je Versicherer

Die meisten Versicherer veröffentlichen im Geschäftsbericht Kennzahlen nach dem Kennzahlenkatalog des PKV-Verbands. Für die Beitragsstabilität sind zwei besonders aufschlussreich:

  • RfB-Quote: die Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung (RfB) im Verhältnis zu den Beitragseinnahmen. Aus diesem Topf finanziert der Versicherer Barausschüttungen an leistungsfreie Kunden und Einmalbeiträge, mit denen er Beitragsanpassungen abmildert.
  • Überschussverwendungsquote: der Anteil des Überschusses, der den Versicherten zugutekommt. Liegt sie über 100 %, hat der Versicherer zusätzlich Eigenkapital eingesetzt.
RfB-Quote und Überschussverwendungsquote laut Geschäftsberichten, alphabetisch. Definitionen nach PKV-Kennzahlenkatalog; einzelne Versicherer beziehen die poolrelevante RfB der Pflegepflichtversicherung ein. Quellen: Geschäftsberichte 2025 (Gothaer und SDK: 2024, Bericht 2025 nicht öffentlich gefunden), abgerufen 10.10.2026
VersichererRfB-Quote 2025RfB-Quote VorjahrÜberschuss­verwendungsquote
Allianz25,7 %33,3 %nicht ausgewertet
Alte Oldenburger39,3 %47,0 %93,9 %
Gothaer (Werte 2024/2023)24,1 %26,5 %82,6 % (2024)
Landeskrankenhilfe54,1 %58,9 %125,2 %
LVM39,9 %47,0 %90,2 %
Mecklenburgische86,5 %89,8 %73,2 %
Münchener Verein29,2 %32,2 %97,8 %
R+V47,2 %51,1 %91,4 %
SDK (Werte 2024/2023)19,0 %21,2 %nicht ausgewertet
Württembergische40,6 %40,4 %nicht ausgewertet
Branchenschnitt30,4 % (2024)34,0 % (2023)–

Den Branchenschnitt weist die SDK in ihrem Geschäftsbericht 2024 als Zeitreihe aus: 33,8 % (2020), 35,0 % (2021), 36,2 % (2022), 34,0 % (2023) und 30,4 % (2024); die Alte Oldenburger nennt für 2024 einen Marktwert von 30,5 %. Für Versicherer, die hier fehlen, haben wir die Kennzahl noch nicht ausgewertet oder keinen öffentlichen Bericht gefunden – „nicht ausgewertet“ ist keine Bewertung.

Eingesetzte Mittel: Entnahmen aus der RfB zur Milderung von Beitragsanpassungen

Eine sinkende RfB-Quote ist nicht automatisch ein schlechtes Zeichen. Oft heißt sie nur, dass der Versicherer das Polster genau dafür genutzt hat, wofür es da ist: um Beitragsanpassungen für die Versicherten abzumildern. Die Geschäftsberichte nennen dazu konkrete Beträge.

Entnahmen aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zur Milderung bzw. Begrenzung von Beitragsanpassungen, laut Geschäftsberichten bzw. SFCR, alphabetisch (Mio. €). Absolute Beträge hängen von der Größe des Versicherers ab und sind nicht direkt vergleichbar.
Versicherer2025VorjahrAnmerkung
Alte Oldenburger48,610,5Einmalbeiträge aus der RfB; Anpassungen zum 01.01.2025
HUK-COBURG15,4nicht ausgewertetEntnahme zur Limitierung laut Einzelabschluss 2025
INTER83,859,9„zur Milderung von Beitragserhöhungen“
LVM27,4–als Einmalbeiträge zur Milderung der Anpassungen zum 01.01.2026
Nürnberger5,99,7zur Milderung von Beitragsanpassungen
R+V79,5nicht ausgewertetBeiträge aus der RfB, überwiegend zur Begrenzung von Beitragssteigerungen
SDK31,159,0zur Milderung bzw. Begrenzung von Beitragserhöhungen (SFCR 2025)

Setzen Sie diese Zahlen immer ins Verhältnis zur Größe: Die INTER hat 2025 rund 880 Mio. € Beiträge eingenommen, die Nürnberger rund 330 Mio. €. Wie groß die Versicherer sind, zeigt die Seite größte PKV-Versicherer.

Was eine Entnahme aus der RfB konkret bewirkt

Muss ein Versicherer die Beiträge eines Tarifs anpassen, kann er einen Teil der notwendigen Erhöhung als Einmalbeitrag aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung finanzieren. Die Versicherten zahlen dann nur die verbleibende Erhöhung – man spricht von Limitierung. Die entnommenen Mittel sind danach verbraucht; deshalb sinkt die RfB-Quote im Folgejahr, wenn nicht genug neue Überschüsse zugeführt werden. Daneben dürfen Versicherer Mittel nach § 150 Abs. 4 VAG gezielt zur Beitragssenkung im Alter einsetzen. Welche Tarife und Altersgruppen wie stark entlastet werden, entscheidet der Versicherer; ob und in welcher Höhe Ihr eigener Beitrag limitiert wurde, steht meist im Anpassungsschreiben.

So lesen Sie die RfB-Quote richtig

  • Hoch heißt: viel Polster, nicht: keine Erhöhung. Eine hohe Quote zeigt Spielraum. Ob und wie stark ein Tarif angepasst wird, hängt von seinen Leistungsausgaben ab.
  • Sinkend heißt oft: eingesetzt. Nach einem Jahr mit großen Anpassungen sinkt die Quote, weil Geld zur Limitierung entnommen wurde – so bei Alte Oldenburger, LVM und R+V 2025.
  • Kleine Versicherer reagieren stärker. Bei wenigen Millionen Euro Beitragseinnahmen verändern schon kleine Beträge die Quote deutlich.
  • Definitionen unterscheiden sich im Detail. Manche Versicherer rechnen die poolrelevante RfB der Pflegepflichtversicherung ein, andere nicht. Vergleichen Sie Tendenzen, nicht Kommastellen.
  • Die Quote gilt für alle Tarife. Sie sagt nichts darüber, welcher Tarif wie viel aus dem Topf erhält.

Gesetzliche Stabilisatoren: Alterungsrückstellung, Zuschlag, § 150 VAG

Unabhängig vom Versicherer sorgen drei gesetzliche Mechanismen dafür, dass die Beiträge im Alter nicht allein wegen des Alters steigen. Die Alterungsrückstellung wird aus den Beiträgen jüngerer Jahre aufgebaut und später zur Finanzierung höherer Kosten eingesetzt. Vom Kalenderjahr nach dem 21. bis zum Kalenderjahr des 60. Geburtstags zahlen Versicherte zusätzlich einen gesetzlichen Zuschlag von 10 % (§ 149 VAG). Diese Mittel und ein Teil der Überzinsen werden ab 65 zur Beitragsdämpfung verwendet (§ 150 VAG).

Was diese Mechanismen nicht abfangen: Kostensteigerungen durch medizinischen Fortschritt, höhere Preise und mehr Leistungen. Genau dafür sind die RfB-Mittel und die Beitragsanpassungen nach § 155 VAG da. Wer im Alter zusätzlich vorsorgen will, kann bei vielen Versicherern einen Beitragsentlastungstarif abschließen – eine Übersicht je Versicherer bietet PKV-Rente.de zu Beitragsentlastungstarifen.

Was Sie beim Abschluss für stabile Beiträge prüfen können

Sie können die Zukunft nicht vorhersagen, aber Sie können Ihr Angebot so prüfen, dass spätere Überraschungen kleiner werden:

  • Tarifbreite des Versicherers: Gibt es mehrere offene Tarife, in die Sie später nach § 204 VVG wechseln könnten, ohne Ihre Alterungsrückstellung zu verlieren?
  • Leistungen nicht zu knapp wählen: Ein Tarif, den Sie später aufstocken müssen, kostet dann eine neue Gesundheitsprüfung. Optionsrechte in den Tarif-Steckbriefen prüfen.
  • Kennzahlen des Versicherers ansehen: RfB-Quote über mehrere Jahre, Ratings und BaFin-Beschwerdequote stehen in den Versicherer-Profilen.
  • Effektivbeitrag rechnen: Beitrag plus Selbstbehalt, nach Arbeitgeberzuschuss – das rechnet der Angebots-Prüfer in einer Minute.
  • Schriftlich nachfragen: Lassen Sie sich die Beitragsentwicklung Ihres Tarifs der letzten Jahre vom Versicherer nennen.

Schon versichert und der Beitrag steigt?

Diese Seite hilft beim Vergleich vor dem Abschluss. Wenn Sie bereits privat versichert sind und eine Beitragserhöhung erhalten haben, gelten andere Fragen: Ist die Anpassung formal wirksam, lohnt ein Tarifwechsel innerhalb Ihres Versicherers, welche Selbstbehaltstufen gibt es? Das erklärt der Überblick über PKV-Beitragserhöhungen 2027 je Versicherer. Für Ihr neues Angebot bleibt der schnellste Einstieg der Tarif-Check.

Datenstand und Änderungslog

  • 10.10.2026: Erstfassung mit WIP-Vergleich 2006–2026, Branchenwerten 2025/2026, map-report 942, M&M-Rating PKV-Beitragsstabilität 2026 und Kennzahlen aus den Geschäftsberichten 2025 (Alte Oldenburger, INTER, LKH, LVM, Mecklenburgische, Münchener Verein, Nürnberger, R+V, Württembergische), Geschäftsbericht 2024 (Gothaer, SDK), SFCR 2025 (SDK) sowie Allianz und HUK-COBURG laut Faktenblatt.
  • Nächste Aktualisierung: mit den Geschäftsberichten 2026 (ab Frühjahr 2027) und dem M&M-Rating PKV-Beitragsstabilität 2027.

Häufige Fragen

Welche PKV ist am beitragsstabilsten?

Eine belastbare Rangliste gibt es nicht, weil Beitragsanpassungen je Tarif und Jahr sehr unterschiedlich ausfallen. Belegen lassen sich Kennzahlen wie die RfB-Quote aus dem Geschäftsbericht oder das Ergebnis eines Tarifs im M&M-Rating PKV-Beitragsstabilität. Beide blicken zurück und sind keine Garantie für die Zukunft.

Was ist die RfB-Quote?

Die RfB-Quote setzt die Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung ins Verhältnis zu den Beitragseinnahmen. Sie zeigt, wie viel Geld ein Versicherer für künftige Beitragsentlastungen oder Barausschüttungen zurückgelegt hat. Der Branchenschnitt lag 2024 bei rund 30 %.

Wie stark steigen PKV-Beiträge im Durchschnitt?

Laut WIP stiegen die Beitragseinnahmen je Versicherten von 2006 bis 2026 in der PKV um durchschnittlich 3,4 % pro Jahr, in der GKV um 3,9 %. Das sind Durchschnittswerte über alle Tarife; ein einzelner Tarif kann jahrelang stabil bleiben und dann in einem Jahr deutlich steigen.

Warum steigen PKV-Beiträge sprunghaft?

Ein Versicherer darf die Beiträge eines Tarifs nur anpassen, wenn die tatsächlichen Leistungsausgaben um mehr als 10 % von der Kalkulation abweichen – oder um einen niedrigeren Prozentsatz, wenn die Versicherungsbedingungen das vorsehen (§ 155 VAG). Bis dahin bleibt der Beitrag gleich, dann wird alles auf einmal nachgeholt.

Was bedeutet das M&M-Rating PKV-Beitragsstabilität?

Morgen & Morgen bewertet seit 2006 die Beitragsentwicklung von Tarifen über fünf Jahre, mit Effektivbeitrag aus Beitrag und Selbstbehalt und über die Eintrittsalter 21 bis 50. 2026 erhielten 322 Tarife vier oder fünf Sterne. Das Ergebnis gilt für den bewerteten Tarif, nicht für alle Tarife eines Versicherers.

Mein Beitrag wurde gerade erhöht – was kann ich tun?

Für bestehende Verträge gibt es eigene Wege, zum Beispiel den Tarifwechsel innerhalb des Versicherers nach § 204 VVG. Diese Seite vergleicht Kennzahlen vor dem Abschluss; was Sie bei einer konkreten Beitragserhöhung tun können, erklärt PKV-Beitragsbrief.de.

Quellen

  1. PKV-Verband: Warum die Beiträge steigen (inkl. WIP-Vergleich PKV/GKV 2006–2026) – abgerufen 10.10.2026
  2. Morgen & Morgen: Rating PKV-Beitragsstabilität – 07.07.2026
  3. Morgen & Morgen: Dokumentation Rating PKV-Beitragsstabilität 2026
  4. cash-online: Map-Report „PKV-Rating 2025“ – LVM und Signal Iduna überzeugen – 04.12.2025
  5. § 155 VAG – Prämienanpassung
  6. § 149 VAG – Prämienzuschlag
  7. § 150 VAG – Gutschrift zur Alterungsrückstellung
  8. ALTE OLDENBURGER Krankenversicherung AG: Geschäftsbericht 2025
  9. LVM Versicherung: Geschäftsbericht 2025 (u. a. LVM Krankenversicherungs-AG)
  10. R+V Krankenversicherung AG: Geschäftsbericht 2025
  11. Landeskrankenhilfe V.V.a.G.: Geschäftsbericht 2025
  12. Münchener Verein: Geschäftsbericht 2025
  13. Württembergische Krankenversicherung AG: Geschäftsbericht 2025
  14. Mecklenburgische Versicherungsgruppe: Geschäftsbericht 2025 (u. a. Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG)
  15. SDK: Geschäftsbericht 2024 (inkl. Branchenwerte PKV-Kennzahlen 2020–2024)
  16. SDK: Bericht über Solvabilität und Finanzlage 2025
  17. INTER Krankenversicherung AG: Geschäftsbericht 2025
  18. NÜRNBERGER Krankenversicherung AG: Geschäftsbericht 2025
  19. Allianz Private Krankenversicherungs-AG: Geschäftsbericht 2025
  20. HUK-COBURG-Krankenversicherung AG: Einzelabschluss 2025
Redaktion PKV-Tarifprofil.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu Tarifen und Anbietern der privaten Krankenversicherung (Stand: 13. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Tarifangaben geben den Wortlaut der genannten Tarifdrucke wieder; die Kennzeichnung „enthalten/begrenzt/nicht enthalten/nicht belegt“ ist keine Bewertung des Tarifs oder des Versicherers. Herausgeber: PKV-Tarifprofil.de. PKV-Tarifprofil.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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