Ratings · Methodik

PKV-Rating 2026: Was die Ratinghäuser bewerten – und was nicht

Sterne, m-Klassen, „exzellent“: PKV-Ratings klingen eindeutig, messen aber sehr unterschiedliche Dinge. Hier sehen Sie, welche Institute 2025 und 2026 private Krankenversicherer bewertet haben, wie sie vorgehen und welche Ergebnisse öffentlich sind.

Redaktion PKV-Tarifprofil.de Aktualisiert am 13. Oktober 2026 14 Min. Lesezeit
Inhalt (18 Abschnitte)
  1. PKV-Ratings 2025 und 2026 im Überblick
  2. Morgen & Morgen: KV-Unternehmensrating 2026
  3. Franke und Bornberg: map-report 945 „Bilanzrating PKV“
  4. Öffentlich berichtete Unternehmensratings je Versicherer
  5. IVFP: KV-Rating Unternehmensqualität 2025
  6. Beitragsstabilität: das Rating, das Tarife bewertet
  7. Produktratings, die Versicherer selbst nennen
  8. Stiftung Warentest: Test statt Rating
  9. BaFin-Beschwerden: keine Note, aber eine harte Zahl
  10. Kennzahlen, die Sie ohne Ratinghaus selbst prüfen können
  11. Drei typische Situationen – und welche Rolle das Rating spielt
  12. Was PKV-Ratings nicht aussagen
  13. Wann neue Ratings und Kennzahlen erscheinen
  14. Werbung mit Ratings und Testergebnissen richtig einordnen
  15. So lesen Sie ein PKV-Rating richtig: fünf Fragen
  16. Warum wir keine Siegel und keine Rangliste zeigen
  17. Daten zu Ratings und Kennzahlen
  18. Datenstand und Änderungslog
Das Wichtigste in Kürze
  • Im KV-Unternehmensrating 2026 von Morgen & Morgen erhielten 7 von 30 Versicherern fünf Sterne: Allianz, Alte Oldenburger, R+V, LVM, Signal Iduna, uniVersa und VGH Provinzial.
  • Im map-report 945 von Franke und Bornberg (Bilanzjahre 2021–2025) erreichten INTER, SIGNAL IDUNA und Allianz die höchste Klasse „mmm+“.
  • Unternehmensratings bewerten Finanzkraft, Erfolg und Bestand eines Versicherers – nicht die Leistungen Ihres Tarifs.
  • Das M&M-Rating PKV-Beitragsstabilität bewertet Tarife über fünf Jahre; 2026 erhielten 322 Tarife vier oder fünf Sterne.
  • Wir zeigen keine Siegel und keine Gesamtnote; jedes Ergebnis steht mit Institut, Jahr, Kategorie und Quelle.

Ein PKV-Rating bewertet in der Regel den Versicherer als Unternehmen, nicht Ihren Tarif. Im KV-Unternehmensrating 2026 von Morgen & Morgen erhielten 7 von 30 Versicherern fünf Sterne, im map-report 945 von Franke und Bornberg erreichten INTER, Signal Iduna und Allianz die höchste Klasse „mmm+“. Diese Seite erklärt Methoden und öffentliche Ergebnisse – mit Institut, Jahr und Quelle, ohne Siegel und ohne Gesamtnote (Stand: Oktober 2026).

Berichterstattung, keine eigene BewertungWir geben veröffentlichte Ergebnisse unabhängiger Ratinghäuser wieder und erklären ihre Methode. Wir vergeben selbst keine Noten, zeigen keine Siegel und erstellen keine Rangliste der Versicherer. Herausgeber ist PKV-Tarifprofil.de, ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – kein Versicherungsmakler.

PKV-Ratings 2025 und 2026 im Überblick

Für private Krankenversicherer gibt es mehrere Ratingverfahren. Sie unterscheiden sich darin, ob sie Unternehmen oder Tarife bewerten, welche Kennzahlen sie nutzen und welche Zeiträume sie betrachten. Die Tabelle zeigt die Verfahren, deren Methode oder Ergebnisse 2025/2026 öffentlich berichtet wurden.

Ratings und Tests für private Krankenversicherer, Stand 10.10.2026. Quellen: Ratinghäuser bzw. Fachpresse (siehe Quellen unten)
InstitutVerfahrenDatumWas bewertet wirdÖffentlich berichtete Ergebnisse
Morgen & MorgenKV-Unternehmensrating 202608.09.202630 Versicherer, Bilanzjahre 2021–2025, Teilratings Sicherheit, Erfolg, Bestand5 Sterne: Allianz, Alte Oldenburger, R+V, LVM, Signal Iduna, uniVersa und VGH Provinzial
Morgen & MorgenRating PKV-Beitragsstabilität07.07.2026Tarife über fünf Jahre, Effektivbeitrag, Eintrittsalter 21–50322 Tarife mit vier oder fünf Sternen; Beihilfetarife nicht bewertet
Franke und Bornbergmap-report 945, Bilanzrating PKV15.09.202630 Unternehmen, 12 Bilanzkennzahlen, 2021–2025, bis 300 Punkte„mmm+“: INTER, SIGNAL IDUNA und Allianz
Franke und Bornbergmap-report 940, Bilanzrating PKV09/202536 Unternehmen„mmm+“: uniVersa, LVM, Alte Oldenburger, Signal Iduna
IVFPKV-Rating Unternehmensqualität 202511/2025 (Methodik)23 Kriterien in vier Bereichen, u. a. BaFin-Beschwerdequote über fünf Jahrelaut transparent-beraten.de „Exzellent“: Allianz, LVM, Provinzial, R+V, Signal Iduna, uniVersa
Stiftung WarentestFinanztest 3/2025 (Test, kein Rating)19.02.20251.245 Tarifkombinationen, Modellkunden 35 bzw. 30 Jahre384 erfüllten die Mindestanforderungen; Einzelnoten nur im Bezahlbereich

Weitere Auszeichnungen – etwa aus Kundenbefragungen oder Zeitschriften-Rankings – nennen wir nur, wenn wir die Primärquelle mit Methode und Datum prüfen konnten. Ergebnisse, die nur über Dritte oder automatisch erzeugte Zusammenfassungen kursieren, übernehmen wir nicht.

Ratings nach Institut: Methode, Jahrgänge und öffentlich berichtete Ergebnisse je Ratinghaus finden Sie auf eigenen Seiten – Morgen & Morgen PKV-Rating, map-report PKV, Franke und Bornberg PKV-Rating, Assekurata PKV-Rating sowie DFSI- und IVFP-Rating.

Unternehmensrating

Bewertet den Versicherer als Ganzes anhand von Bilanzkennzahlen – Finanzkraft, Ertrag, Bestand. Gilt für alle Tarife des Unternehmens gleich.

Tarif- oder Produktrating

Bewertet Leistungen oder Beitragsentwicklung eines bestimmten Tarifs. Gilt nur für diesen Tarif, nicht für die ganze Tariffamilie.

Test

Vergleicht Tarife für Modellkunden zu einem Stichtag. Gilt für das geprüfte Profil – Alter, Beruf, Selbstbehalt –, nicht automatisch für Sie.

Die Verfahren im Vergleich: was, womit, wie oft

Wer zwei Ratings nebeneinanderlegt, vergleicht oft Äpfel mit Birnen. Die Tabelle zeigt, worin sich die Verfahren grundsätzlich unterscheiden.

Ratingverfahren für private Krankenversicherer nach Gegenstand, Datenbasis und Skala – Stand 10.10.2026
VerfahrenBewertetDatenbasisSkalaWas öffentlich ist
M&M KV-UnternehmensratingUnternehmenBilanzjahre 2021–20251 bis 5 SterneVerteilung, Fünf-Sterne-Gruppe, einzelne weitere Ergebnisse
map-report BilanzratingUnternehmen12 Bilanzkennzahlen, 2021–2025bis 300 Punkte, Klassen mmm+ bis m−Verteilung, obere Klassen mit Punkten
IVFP UnternehmensqualitätUnternehmen23 Kriterien inkl. BaFin-Beschwerden über fünf JahreKlassen, u. a. „Exzellent“Methodik; Ergebnisliste uns nur aus zweiter Hand bekannt
M&M PKV-BeitragsstabilitätTarifeNeugeschäftsbeiträge und Anpassungen über fünf JahreSterneMethode, Zahl der Tarife mit vier oder fünf Sternen
FinanztestTarifkombinationenLeistungen und Beiträge für ModellkundenNotenUmfang und Beitragsspannen; Noten im Bezahlbereich
BaFin-BeschwerdestatistikUnternehmenabgeschlossene Beschwerden und Bestandkeine Skalavollständige Tabelle aller Versicherer mit Beschwerden

Morgen & Morgen: KV-Unternehmensrating 2026

Das Analysehaus Morgen & Morgen hat im September 2026 sein KV-Unternehmensrating veröffentlicht. Bewertet wurden 30 private Krankenversicherer anhand der Bilanzjahre 2021 bis 2025. Das Gesamtergebnis setzt sich aus drei Teilratings zusammen: Sicherheit, Erfolg und Bestand. Welche Bilanzkennzahlen im Einzelnen in die Teilratings einfließen und wie sie gewichtet werden, beschreibt Morgen & Morgen in seiner Ratingdokumentation. Für Sie wichtig ist vor allem: Alle drei Teilratings beruhen auf Unternehmenszahlen, keines auf Tarifleistungen.

Die Verteilung 2026: sieben Versicherer mit fünf Sternen, 15 mit vier, sechs mit drei und zwei mit zwei Sternen. Fünf Sterne erhielten Allianz, Alte Oldenburger, R+V, LVM, Signal Iduna, uniVersa und VGH Provinzial. Zwei Sterne erhielten laut Bericht Concordia und Nürnberger. Die Ergebnisse der übrigen Versicherer sind in der öffentlichen Berichterstattung nicht einzeln genannt.

So lesen Sie das Ergebnis: Fünf Sterne heißt, dass ein Versicherer in diesen Kennzahlen im Vergleich der 30 bewerteten Unternehmen sehr gut abschneidet. Das Rating beruht auf veröffentlichten Bilanzen; es betrachtet die Vergangenheit und gibt keine Garantie für künftige Beiträge.

Franke und Bornberg: map-report 945 „Bilanzrating PKV“

Der map-report ist ein Branchendienst des Analysehauses Franke und Bornberg. Ausgabe 945 vom September 2026 bewertet 30 private Krankenversicherer anhand von zwölf Bilanzkennzahlen über den Zeitraum 2021 bis 2025. Maximal sind 300 Punkte erreichbar; daraus ergeben sich Klassen von „mmm+“ bis „m−“.

map-report 945 Bilanzrating PKV: Verteilung der Klassen und öffentlich genannte Ergebnisse (cash-online, 15.09.2026)
KlasseAnzahl UnternehmenÖffentlich genannt
mmm+3INTER (259,5 Punkte), Signal Iduna (258,0), Allianz (255,5)
mmm3uniVersa (254,0), LVM (240,5), Alte Oldenburger (238,0)
mm11nicht einzeln genannt
m9nicht einzeln genannt
m−4nicht einzeln genannt

Im Vorjahr (map-report 940, 36 Unternehmen) lagen uniVersa, LVM, Alte Oldenburger und Signal Iduna in der höchsten Klasse. Im Vergleich der beiden Ausgaben blieb Signal Iduna in der höchsten Klasse; uniVersa, LVM und Alte Oldenburger stehen 2026 eine Klasse tiefer bei „mmm“, INTER und Allianz sind 2026 neu in „mmm+“. Dass sich die Spitzengruppe von Jahr zu Jahr verschiebt, ist normal: Bilanzratings beruhen auf Kennzahlen, die sich mit jedem Geschäftsjahr ändern, und schon kleine Unterschiede verändern die Punktzahl. Ein Wechsel von „mmm+“ zu „mmm“ ist deshalb kein Warnsignal, sondern ein Grund, mehrere Jahre nebeneinander anzusehen.

Öffentlich berichtete Unternehmensratings je Versicherer

Die folgende Tabelle führt die Versicherer zusammen, deren Ergebnis in mindestens einem der beiden aktuellen Unternehmensratings öffentlich berichtet wurde – alphabetisch, ohne Rangfolge.

Öffentlich berichtete Ergebnisse: M&M KV-Unternehmensrating 2026 und map-report 945/940 (Quellen: cash-online 08.09. und 15.09.2026, experten.de 21.01.2026)
VersichererM&M 2026map-report 945 (2026)map-report 940 (2025)
Allianz5 Sternemmm+ (255,5)nicht genannt
Alte Oldenburger5 Sternemmm (238,0)mmm+
Concordia2 Sternenicht genanntnicht genannt
INTERnicht genanntmmm+ (259,5)nicht genannt
LVM5 Sternemmm (240,5)mmm+
Nürnberger2 Sternenicht genanntnicht genannt
R+V5 Sternenicht genanntnicht genannt
Signal Iduna5 Sternemmm+ (258,0)mmm+
uniVersa5 Sternemmm (254,0)mmm+
VGH Provinzial5 Sternenicht genanntnicht genannt

„Nicht genannt“ heißt: Das Ergebnis taucht in der öffentlichen Berichterstattung nicht auf. Es ist keine schlechte Note. Für alle anderen Versicherer finden Sie die belegten Kennzahlen in den Versicherer-Profilen.

IVFP: KV-Rating Unternehmensqualität 2025

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) bewertet die Unternehmensqualität privater Krankenversicherer mit 23 Kriterien in vier Bereichen: Stabilität und Größe, Sicherheit, Rentabilität und Ertrag sowie Markterfolg. Anders als die beiden Bilanzratings fließt hier auch die BaFin-Beschwerdequote über fünf Jahre ein. Die Methodik hat das IVFP im November 2025 veröffentlicht.

Die Ergebnisliste liegt uns nur aus zweiter Hand vor: Laut transparent-beraten.de (13.08.2026) erhielten Allianz, LVM, Provinzial, R+V, Signal Iduna und uniVersa die Bewertung „Exzellent“. Bevor Sie sich darauf stützen, prüfen Sie das Ergebnis beim IVFP selbst.

Beitragsstabilität: das Rating, das Tarife bewertet

Viele Versicherte interessiert weniger die Bilanz eines Versicherers als die Frage, wie stark ihr Beitrag steigen wird. Dazu gibt es das Rating PKV-Beitragsstabilität von Morgen & Morgen. Es bewertet nicht Unternehmen, sondern Tarife – über einen Zeitraum von fünf Jahren:

  • Grundlage sind Neugeschäftsbeiträge und Beitragsanpassungen.
  • Gerechnet wird mit einem „Effektivbeitrag“ aus Beitrag und Selbstbehalt.
  • Betrachtet werden durchschnittliche Steigerungen über die Eintrittsalter 21 bis 50.
  • Beihilfetarife für Beamte werden nicht bewertet.

2026 erhielten 322 Tarife vier oder fünf Sterne. Welche das sind, veröffentlicht Morgen & Morgen selbst; wir übernehmen keine Tariflisten aus zweiter Hand. Ein Rückblick auf fünf Jahre ist zudem keine Prognose. Wie Sie Beitragsstabilität mit öffentlichen Kennzahlen einordnen, erklärt PKV-Beitragsstabilität im Vergleich; wie Sie auf eine konkrete Beitragserhöhung reagieren, erklärt der Überblick über PKV-Beitragserhöhungen 2027 je Versicherer.

Ratings für Beamte und andere Zielgruppen

Das Rating PKV-Beitragsstabilität klammert Beihilfetarife ausdrücklich aus. Für Beamtinnen und Beamte gibt es also aus diesem Verfahren keine Aussage; dort zählen vor allem die Beihilfe-Regeln des Dienstherrn und die Restkostentarife der Versicherer. Diese Tarife beschreibt Beihilfe-Rechner.de im Versicherer-Überblick für Beamte. Unternehmensratings gelten dagegen für alle Kundengruppen eines Versicherers gleichermaßen – sie unterscheiden nicht zwischen Angestellten, Selbstständigen, Beamten oder Ärzten.

Produktratings, die Versicherer selbst nennen

Einige Versicherer veröffentlichen Produkt- oder Unternehmensratings in eigenen Pressemitteilungen. Wir geben sie als Angabe des Versicherers wieder:

  • Die Debeka nennt in ihrer Pressemitteilung vom 30.01.2025 ein Assekurata-Rating „A++“.
  • Die Allianz nennt in ihrer Pressemitteilung vom 15.05.2024 Assekurata-Produktratings für MeinGesundheitsschutz Best (1,0) und Plus (1,2).
  • Die AXA nennt in ihrer Pressemitteilung vom 24.04.2025 für den Tarif GesundExtra eine Bewertung „FFF+“ von Franke und Bornberg.

Solche Angaben sind korrekt zitiert, aber nicht vergleichbar: Jedes Verfahren hat eigene Kriterien, und Versicherer veröffentlichen naturgemäß vor allem gute Ergebnisse.

Stiftung Warentest: Test statt Rating

Finanztest hat im Heft 3/2025 1.245 Tarifkombinationen geprüft, darunter 154 Tarife für Angestellte, 153 für Selbstständige und 77 für Beamte. Modellkunden waren 35-jährige Angestellte und Selbstständige sowie 30-jährige Beamte. 384 erfüllten die Mindestanforderungen für einen umfassenden Schutz mit höchstens 660 € Selbstbeteiligung im Jahr. Für 35-jährige Angestellte und Selbstständige lagen die Monatsbeiträge zwischen 649 bis 1.137 €, für 30-jährige Beamte zwischen 250 bis 396 €. Laut test.de zählen zu den Anbietern unter anderem Allianz, AXA und HanseMerkur.

Gleiches Profil, sehr unterschiedliche Beiträge

Monatsbeiträge der von Stiftung Warentest geprüften PKV-Tarifkombinationen (günstigste und teuerste), in Euro

Angestellte/Selbstständige, 35 J. – günstigste649 €Angestellte/Selbstständige, 35 J. – teuerste1.137 €Beamte, 30 J. – günstigste250 €Beamte, 30 J. – teuerste396 €

Stiftung Warentest, Finanztest 3/2025, test.de (Stand 19.02.2025): 1.245 Tarifkombinationen, davon 384 mit „Rundum-Schutz“ und höchstens 660 € Selbstbeteiligung.

Ein Testergebnis gilt für das geprüfte Modellprofil, nicht automatisch für Sie. Die Einzelnoten stehen nur im Bezahlbereich von test.de, deshalb geben wir sie nicht wieder. Mehr zum Test steht unter PKV-Test 2026.

BaFin-Beschwerden: keine Note, aber eine harte Zahl

Die Beschwerdestatistik der BaFin ist kein Rating. Sie zählt, wie viele Beschwerden die Aufsicht je Versicherer abschließend bearbeitet hat, und stellt sie dem Bestand an versicherten Personen gegenüber. Die BaFin trifft keine Aussage darüber, ob Beschwerden begründet sind. Trotzdem ist die Zahl nützlich, weil sie amtlich und für alle Versicherer nach derselben Regel erhoben ist.

BaFin-Beschwerden 2025 je 100.000 versicherte Personen

Eigene Berechnung: Beschwerden 2025 ÷ Bestand 31.12.2024 (Voll- und Zusatzversicherte) × 100.000; alphabetisch

Allianz2,91ARAG7,43AXA9,87Barmenia4,12Continentale3,94Debeka4,05DKV3,46Hallesche4,39HanseMerkur5,91HUK-COBURG5,14ottonova17,07Signal Iduna3,23uniVersa3,68

BaFin, Beschwerdestatistik 2025 (Blatt „Kranken“). Die BaFin trifft keine Aussage darüber, ob Beschwerden begründet sind; kleine Bestände reagieren stark auf wenige Beschwerden.

Alle Werte für 2024 und 2025 mit Bestand und Methodik stehen unter PKV-Beschwerdequote der BaFin.

Kennzahlen, die Sie ohne Ratinghaus selbst prüfen können

Ratings fassen öffentlich zugängliche Zahlen zusammen. Einige davon können Sie selbst nachlesen – kostenlos und direkt beim Versicherer:

  • Solvabilitäts- und Finanzbericht (SFCR): Jeder Versicherer muss ihn mindestens einmal im Jahr veröffentlichen, spätestens 14 Wochen nach Ende des Geschäftsjahres (§ 40 VAG). Er enthält unter anderem die Solvabilitätsquote, also wie gut die Eigenmittel die gesetzlichen Kapitalanforderungen decken.
  • Geschäftsbericht: Er nennt meist die Zahl der Vollversicherten, die Beitragseinnahmen und die Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Aus diesen Mitteln können Versicherer zum Beispiel Beitragsanpassungen abmildern. Die Allianz Private Krankenversicherung etwa nennt für 2025 eine RfB-Quote von 25,7 % nach 33,3 % im Vorjahr; die HUK-COBURG-Krankenversicherung hat 2025 nach ihrem Einzelabschluss 15,4 Mio. € aus der Rückstellung zur Limitierung von Beiträgen entnommen.
  • BaFin-Beschwerdestatistik: Sie erscheint jährlich und erfasst alle Versicherer mit abgeschlossenen Beschwerden nach derselben Regel.

Diese Zahlen sind für Laien nicht immer leicht zu lesen, aber sie sind die Grundlage, auf der Ratinghäuser arbeiten. Die belegten Werte je Versicherer sammeln wir in den Profilen; zur Beitragsentwicklung siehe PKV-Beitragsstabilität im Vergleich.

Drei typische Situationen – und welche Rolle das Rating spielt

Ihr Angebot kommt von einem Versicherer mit Bestnote

Das ist ein gutes Zeichen für die Finanzkraft, sagt aber nichts über den Tarif. Prüfen Sie trotzdem die Felder, die Ihnen wichtig sind: Gibt es ein Primärarztprinzip, eine Zahnstaffel, eine Sitzungsgrenze bei Psychotherapie? Ein starkes Unternehmen mit einem Grundschutz-Tarif bleibt ein Grundschutz.

Für den Versicherer ist kein Rating öffentlich genannt

Dann fehlt eine Information, kein Qualitätsmerkmal. Ziehen Sie andere belegte Kennzahlen heran: Vollversicherte und ihre Entwicklung, die BaFin-Beschwerden über zwei Jahre und den Geschäftsbericht. Fragen Sie im Zweifel den Versicherer, welche Ratings er erhalten hat, und lassen Sie sich Institut und Jahr nennen.

Sie haben zwei Angebote von verschiedenen Versicherern

Vergleichen Sie zuerst die Tarife Feld für Feld – das geht im Tarif-Check mit bis zu drei Tarifen nebeneinander. Erst wenn die Leistungen ähnlich sind, werden Unternehmenskennzahlen zum Entscheidungskriterium. Und rechnen Sie beide Angebote mit Selbstbehalt und Arbeitgeberzuschuss durch: Der Angebots-Prüfer zeigt den Effektivbeitrag.

Was PKV-Ratings nicht aussagen

  • Nichts über Ihren Tarif: Ein Versicherer mit Bestnote kann Tarife mit Primärarztprinzip, Zahnstaffel und Sitzungsgrenzen anbieten. Die Leistungen stehen in den Tarif-Steckbriefen.
  • Nichts über Ihren künftigen Beitrag: Bilanzratings blicken zurück. Beitragsanpassungen hängen von der Kostenentwicklung im einzelnen Tarif ab.
  • Nichts über den Service im Einzelfall: Wie schnell und kulant ein Versicherer erstattet, messen Bilanzkennzahlen nicht.
  • Nichts, wenn Jahr und Methode fehlen: Ein „Top-Rating“ ohne Institut, Jahr und Kategorie lässt sich nicht einordnen.
  • Nichts über nicht genannte Versicherer: Fehlt ein Ergebnis, ist es nicht veröffentlicht – nicht schlecht.

Wann neue Ratings und Kennzahlen erscheinen

PKV-Kennzahlen folgen einem Jahresrhythmus. Wenn Sie ein Angebot im Herbst prüfen, sind die Ratings meist frisch; im Frühjahr stützen sie sich noch auf das vorletzte Geschäftsjahr. Die Termine 2026 als Orientierung:

Veröffentlichungstermine 2026 der wichtigsten PKV-Kennzahlen (Quellen siehe unten)
KennzahlErschienen 2026Datenbasis
Solvabilitäts- und Finanzberichte (SFCR)spätestens 14 Wochen nach GeschäftsjahresendeGeschäftsjahr 2025
Geschäftsberichte der Versichererab dem Frühjahr, zum Beispiel Debeka-Pressemitteilung am 09.04.2026Geschäftsjahr 2025
BaFin-BeschwerdestatistikFrühjahr (Fachartikel der BaFin vom 20.04.2026)Beschwerden 2025, Bestand Ende 2024
M&M Rating PKV-Beitragsstabilität07.07.2026Tarife, fünf Jahre
M&M KV-UnternehmensratingSeptember 2026 (Bericht vom 08.09.2026)Bilanzjahre 2021–2025
map-report Bilanzrating PKVSeptember 2026 (Bericht vom 15.09.2026)2021–2025

Wir aktualisieren diese Seite, sobald eine neue Ausgabe erscheint, und vermerken die Änderung im Änderungslog.

Werbung mit Ratings und Testergebnissen richtig einordnen

Versicherer und Vermittler werben gern mit Bestnoten. Das ist zulässig, wenn die Angabe stimmt – sagt aber oft weniger, als es scheint. Achten Sie bei jeder Werbung mit einem Rating oder Test auf drei Dinge: Welches Verfahren ist gemeint (Unternehmen, Tarif, Kundenbefragung)? Aus welchem Jahr stammt das Ergebnis? Und bezieht es sich auf den Tarif, den Sie angeboten bekommen, oder auf einen anderen Tarif desselben Versicherers? Ein Produktrating für die höchste Stufe einer Tariffamilie gilt nicht automatisch für deren Grundschutz. Wenn diese Angaben fehlen, fragen Sie nach.

So lesen Sie ein PKV-Rating richtig: fünf Fragen

  1. Wer hat bewertet? Name des Instituts und Art des Verfahrens (Unternehmen, Tarif, Kundenbefragung).
  2. Wann und für welchen Zeitraum? Veröffentlichungsdatum und Bilanzjahre – ein Rating von 2022 sagt über 2026 wenig.
  3. Wie viele wurden bewertet – und wie viele bekamen die Bestnote? Sieben von 30 mit fünf Sternen ist etwas anderes als einer von 30.
  4. Was genau wurde gemessen? Sicherheit, Erfolg und Bestand sind etwas anderes als Tarifleistungen oder Beitragsstabilität.
  5. Passt das zu Ihrer Frage? Wenn Sie wissen wollen, ob Psychotherapie oder Zahnersatz versichert ist, hilft kein Unternehmensrating – dann brauchen Sie den Tarifwortlaut.

Warum wir keine Siegel und keine Rangliste zeigen

Rating-Siegel verkürzen ein Ergebnis auf ein Bild, meist ohne Methode, Zeitraum und Zahl der bewerteten Unternehmen. Eine eigene Rangliste würde zudem eine Gesamtbewertung vortäuschen, die es für private Krankenversicherer nicht gibt: Was für eine Selbstständige mit hohem Selbstbehalt passt, kann für einen Angestellten mit Familie das Falsche sein. Deshalb berichten wir Ratings nur als Text, mit Quelle und Datum, und trennen Versicherer-Kennzahlen konsequent von Tarifleistungen. Auszeichnungen aus Kundenbefragungen nennen wir nur mit Primärquelle, Stichprobe und Datum.

Wenn Sie ein konkretes Angebot haben, ist die Reihenfolge einfach: erst den Tarif prüfen, dann den Versicherer einordnen. Beides verbindet der Tarif-Check in drei Minuten.

Daten zu Ratings und Kennzahlen

Daten

PKV-Beschwerdequote der BaFin

Beschwerden 2024 und 2025 je 100.000 Versicherte für 31 Krankenversicherer – alphabetisch, mit Methodik und Grenzen der Zahl.

Weiterlesen
Daten

Größte PKV-Versicherer nach Vollversicherten

Vollversicherte je Versicherer aus den Geschäftsberichten 2025, Marktanteile mit Basis und die Bestandsentwicklung – jede Zahl mit Quelle.

Weiterlesen
Daten

PKV-Beitragsstabilität im Vergleich

RfB-Quote, Limitierungsmittel und Langfrist-Durchschnitte: was sich zur Beitragsstabilität belegen lässt – je Versicherer mit Quelle.

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Daten

Assekurata: PKV-Unternehmensratings 2026

Sieben Krankenversicherer mit veröffentlichtem Assekurata-Rating: Gesamturteil, Teilqualitäten, Gewichte – und warum ein fehlendes Rating keine Note ist.

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Daten

DFSI und IVFP: PKV-Unternehmensqualität

Zwei Ratings zur Unternehmensqualität privater Krankenversicherer: Kriterien, Gewichte, öffentliche Ergebnisse 2025 und was sie nicht aussagen.

Weiterlesen
Daten

Franke und Bornberg: PKV-Tarifrating 2026

74 von 799 Tarifen mit FFF+: wie Franke und Bornberg PKV-Tarife bewertet, welche Mindeststandards gelten und was die Note nicht sagt.

Weiterlesen
Daten

Morgen & Morgen: PKV-Ratings 2026

KV-Unternehmensrating und Rating PKV-Beitragsstabilität: Methode, Gewichte, Sterneverteilung 2024–2026 und was die Sterne nicht sagen.

Weiterlesen
Daten

map-report PKV: Bilanzrating und PKV-Rating

Bilanzrating 945, PKV-Rating 942 und die Vorjahre: Bewertungsschlüssel, Klassen mmm+ bis m−, öffentlich berichtete Ergebnisse und Grenzen.

Weiterlesen

Datenstand und Änderungslog

  • 10.10.2026: Erstfassung mit M&M KV-Unternehmensrating 2026, M&M Rating PKV-Beitragsstabilität 2026, map-report 945 und 940, IVFP 2025 (Sekundärquelle), Finanztest 3/2025 und BaFin-Beschwerdestatistik 2025.

Häufige Fragen

Welche PKV hat das beste Rating?

Das hängt vom Rating ab. Im KV-Unternehmensrating 2026 von Morgen & Morgen erhielten Allianz, Alte Oldenburger, R+V, LVM, Signal Iduna, uniVersa und VGH Provinzial fünf Sterne. Im map-report 945 von Franke und Bornberg erreichten INTER, Signal Iduna und Allianz die höchste Klasse „mmm+“. Beide bewerten die Unternehmen, nicht die Tarife.

Was bedeutet ein PKV-Rating mit fünf Sternen?

Bei Morgen & Morgen steht die Sternezahl für das Gesamtergebnis aus den Teilbereichen Sicherheit, Erfolg und Bestand über mehrere Bilanzjahre. Fünf Sterne heißt: Der Versicherer schneidet in diesen Kennzahlen im Vergleich der bewerteten Unternehmen sehr gut ab. Über die Leistungen Ihres Tarifs sagt das nichts.

Wie aussagekräftig sind PKV-Ratings?

Sie sind ein Baustein. Unternehmensratings zeigen wirtschaftliche Stärke und Stabilität auf Basis veröffentlichter Bilanzdaten. Sie ersetzen weder den Blick in die Tarifbedingungen noch die Frage, wie sich Ihr Beitrag entwickelt. Verschiedene Institute kommen wegen unterschiedlicher Kennzahlen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Ist ein Versicherer ohne Rating schlechter?

Nein. Nicht jedes Ratinghaus veröffentlicht alle Ergebnisse, und in der Berichterstattung werden meist nur die Spitzenergebnisse genannt. „Kein Rating genannt“ ist keine Note.

Was ist der Unterschied zwischen Unternehmensrating und Tarifrating?

Ein Unternehmensrating bewertet den Versicherer als Ganzes – etwa Eigenkapital, Überschüsse, Bestand. Ein Tarif- oder Produktrating bewertet die Leistungen eines bestimmten Tarifs. Für Ihr Angebot brauchen Sie beides getrennt: die Kennzahlen des Versicherers und die Bedingungen des Tarifs.

Warum zeigt PKV-Tarifprofil.de keine Rating-Siegel?

Siegel verkürzen ein Ergebnis auf ein Bild ohne Methode und Jahr. Wir berichten Ratings nur als Text mit Institut, Jahr, Kategorie und Quelle, damit Sie einordnen können, was gemessen wurde.

Quellen

  1. cash-online: Morgen & Morgen PKV-Rating 2026 – sieben private Krankenversicherer mit Höchstnote – 08.09.2026
  2. cash-online: map-report 945 – INTER, Signal Iduna und Allianz führen das PKV-Bilanzrating an – 15.09.2026
  3. experten.de: PKV-Vollversicherung 2024 – Gewinner und Verlierer (map-report 940) – 21.01.2026
  4. Morgen & Morgen: Rating PKV-Beitragsstabilität – 07.07.2026
  5. Morgen & Morgen: Dokumentation Rating PKV-Beitragsstabilität 2026
  6. IVFP: Informationen zum Ratingverfahren KV Unternehmensqualität 2025
  7. Stiftung Warentest: Private Krankenversicherung im Vergleich – Stand 19.02.2025
  8. BaFin: Beschwerdestatistik 2025
Redaktion PKV-Tarifprofil.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu Tarifen und Anbietern der privaten Krankenversicherung (Stand: 13. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Tarifangaben geben den Wortlaut der genannten Tarifdrucke wieder; die Kennzeichnung „enthalten/begrenzt/nicht enthalten/nicht belegt“ ist keine Bewertung des Tarifs oder des Versicherers. Herausgeber: PKV-Tarifprofil.de. PKV-Tarifprofil.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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